Aktuelles vom 04.12.2019

Konjunkturumfrage Herbst 2019


E-Handwerk mit stabiler Branchenkonjunktur

Während sich die Konjunkturstimmung in Baden-Württemberg zunehmend verschlechtert, ergeben die aktuellen Ergebnisse der Herbstkonjunkturumfrage des Fachverbandes für das E-Handwerk in Baden-Württemberg weiterhin eine stabile Branchenkonjunktur auf hohem Niveau. Die unverändert positive Stimmungslage im E-Handwerk Baden-Württemberg basiert auf einer anhaltend starken Auftragslage mit längerfristiger Auslastung, positiver Umsatzentwicklung und hohem Fachkräftebedarf. Die Betriebe blicken jedoch aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Eintrübung nicht mehr geschlossen optimistisch in die Zukunft.

Gegenwärtige wirtschaftliche Situation
Die aktuelle Geschäftslage wird von den befragten E-Handwerksbetrieben in Baden-Württemberg weiterhin positiv bewertet. 83,7 Prozent der Betriebe bewerten die gegenwärtige wirtschaftliche Lage mit gut (Herbst 2018: 80,0 %) oder befriedigend 15,5 Prozent (Herbst 2018: 20,0 %).

Längerfristige Auslastung
Die starke Auftragslage hat weiter Bestand und ist nach wie vor gekennzeichnet durch eine tendenziell längerfristige Auslastung. So verweisen 59,5 Prozent der Betriebe auf einen Auftragsbestand von über zwei Monaten (Herbst 2018: 57,0 %). Impulse erreichen die Branche dabei insbesondere von Auftraggebern aus dem privaten Bereich 38,7 Prozent (Herbst 2018: 37,0 %) und der gewerblichen Wirtschaft 35,9 Prozent (Herbst 2018: 35,9 %), danach folgen Aufträge aus dem Wohnungsbau mit 13,0 Prozent (Herbst 2018: 12,0 %) und der öffentlichen Hand mit 12,4 Prozent (Herbst 2018: 15,1 %).

Steigende Umsätze
Bei der Umsatzentwicklung im Handwerksbereich notieren 56,0 Prozent der Betriebe für die vergangenen sechs Monate steigende Umsätze (Herbst 2018: 38,6 %). Für 5,5 Prozent der Betriebe (Herbst 2018: 8,8 %) sind die Umsätze gesunken. Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg weist für die beiden ersten Quartale 2019 im Elektrotechniker-Handwerk eine Steigerung von 4,7 Prozent und 7,4 Prozent gegenüber den Vorjahresquartalen aus.

Hoher Fachkräftebedarf, hochqualifizierte Gesellen gesucht
Aufgrund der anhaltend guten Branchenkonjunktur verzeichnet die Branche nunmehr seit 2011 steigende Beschäftigtenzahlen. Und dieser Trend setzt sich auch, nach Angaben des statistischen Landesamtes, in den ersten beiden Quartalen 2019 fort.

Ungebrochen herrscht ein ausgeprägter Wettbewerb um Fach- und Nachwuchskräfte. 64,2 Prozent (Herbst 2018: 55,8 %) der Betriebe verweisen aktuell auf offene Stellen. Im Fokus stehen dabei hochqualifizierte Gesellen/Obermonteure 78,4 Prozent, Gesellen 68,2 Prozent, Meister 40,9 Prozent und Auszubildende 60,2 Prozent. Rund ein Drittel der befragten Betriebe kündigt in den nächsten Monaten die Aufstockung der Belegschaft an.

Steigende Ausbildungszahlen
Vor dem Hintergrund des hohen Fachkräftebedarfs ist es für eine Branche wichtig, den Nachwuchs aufzubauen. Das baden-württembergische E-Handwerk hat damit Erfolg: So entscheiden sich jedes Jahr kontinuierlich mehr Jugendliche für eine Ausbildung im Elektrohandwerk. Derzeit werden 5.036 Auszubildende in einem der sieben Ausbildungsberufe ausgebildet.

Blick in die Zukunft, Tendenz zur Zurückhaltung
60,0 Prozent (Herbst 2018: 79,2%) der Betriebe gehen von einer gleichbleibenden Geschäftslage auf hohem Niveau aus. 30,9 Prozent (Herbst 2018: 19,2 %) erwarten darüber hinaus noch weitere Verbesserungen. 9,1 Prozent (Herbst 2018: 1,7 %, Frühjahr 2019: 4,9 %) erwarten eine Verschlechterung. Somit blicken die Betriebe aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Eintrübung nicht mehr geschlossen optimistisch in die Zukunft.

Fazit
Thomas Bürkle, Präsident des Fachverbands: „Nach Jahren mit permanent konjunkturellen Topwerten haben wir mit der aktuellen Herbstumfrage den Scheitelpunkt überschritten. Im Rahmen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung werden insbesondere Betriebe mit Betätigung im industriellen Umfeld zunehmend mit verhaltener Nachfrage ihrer Auftraggeber konfrontiert. Das ist jedoch kein Grund für Pessimismus. Mit „Smart Building“, intelligenten Lösungen der Gebäudesystem- und Sicherheitstechnik, Elektromobilität und Energieeffizienz sowie der dezentralen Energieerzeugung, sind wir aktuell und zukünftig in zentralen Marktsegmenten zuhause und somit ein bedeutender Baustein im Bereich der Energiewende und des Klimaschutzes.“









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